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Berlin befindet sich in einer schwierigen Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage. Wie keine andere deutsche Stadt hat die ehemals geteilte Metropole bis heute mit den wirtschaftlichen Nach­wirk­ungen des Kalten Krieges zu kämpfen.

Umso bemerkenswerter ist die enorme Aufbauleistung, die in Berlin in den vergangenen 15 Jahren vollbracht wurde. Erst mit der Wiedervereinigung Deutschlands im Oktober 1990 ist die Stadt aus ihrer Insellage in der DDR befreit worden.

Bis dahin hatte kein ausländisches Unternehmen seinen Sitz in Berlin. Doch bereits 1999 engagierten sich hier rund ein Drittel der 50 größten Unternehmen der Welt – darunter Firmen wie DaimlerChrysler oder Coca-Cola.

Jüngster Erfolg ist der Umzug von Universal Music nach Berlin im Jahr 2002. Besonders attraktiv für ausländische Unternehmen sind die 20 international vernetzten Berliner Technologie- und Gründerzentren.

Ein zweiter Meilenstein für die Berliner Wirtschaft war die EU-Osterweiterung im Jahr 2004. Berlin ist zum Knotenpunkt im vereinten Europa geworden. Insbesondere die Handelsbeziehungen zu Polen sind heute so eng wie nie zuvor.

So spricht langfristig betrachtet alles für eine große Zukunft der Spree-Metropole. Aber auch aktuell stehen in der Berliner Wirtschaft nach einer jahrelangen bundesweiten Konjunkturschwäche die Signale weiter auf Erholung. Die Auftragslage der Industrie hat sich im ersten Halbjahr 2006 im Vergleich zum Vorjahr leicht verbessert.

Auch die positive Entwicklung im Berliner Einzelhandel setzte sich fort. Und die Zahl der Gewerbean- und abmeldungen erhöhte sich im zweiten Quartal 2006 auf rund 5 100, nach 3 300 im Vorjahreszeitraum.

Wachstumsimpulse erhält die Berliner Wirtschaft vor allem vom Dienstleistungssektor, aus den technologieorientierten Bereichen wie Kommunikations- und Informationstechnologien, Bio-, Medizin-, Verkehrs- und Umwelttechnik sowie aus der Medienwirtschaft. Zudem wird die Tourismusbranche zunehmend zu einer tragenden Säule des Berliner Arbeitsmarktes. Rund 170 000 Berliner beziehen ihr Einkommen aus dem Bereich Tourismus – Tendenz steigend.

Doch trotz aller positiven Prognosen kämpft die Stadt zurzeit noch mit einer hohen Arbeitslosenquote, die im Jahresmittel um die 17-Prozent-Marke schwankt und damit weit über dem Bundesdurchschnitt von rund 10 Prozent liegt. Im Juli 2006 lag die Zahl der Arbeitslosen in Berlin bei 294 300 und die Arbeitslosenquote betrug 17,5 Prozent (Deutschland 10,5 Prozent).

Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Zahl der Arbeitslosen in Berlin damit um 32 700 (-10 Prozent) ab. Ein Teil dieser positiven Entwicklung ist einem verstärkten Einsatz arbeitsmarktpolitischer Instrumente zu verdanken. Der Arbeitsmarkt wird weiterhin wesentlich durch umfangreiche Förderungsmaßnahmen der Arbeitsagentur unterstützt, die sich in 12 „JobCentern“ um die Arbeitsuchenden kümmert.

Die Gesamtteilnehmerzahl an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen lag im Juni 2006 bei 76 100 und stieg weiter an.

 


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