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Die Entstehung des Bieres haben wir dem Zufall zu verdanken, genauer gesagt stehengelassenem Brotteig, an dem man zufällig den Gärvorgang wahrnahm. Die Anfänge reichen bis in die Antike zurück, wo die Sumerer schon im 4. Jahrtausend v. Chr. zwischen Euphrat und Tigris brauten. Auch die Ägypter machten sich mit ungebackenem Brotteig ans Werk. Die Griechen verwendeten den Gerstensud zu heilenden Zwecken und sogar Cäsar soll seine Truppen mit nahrhaftem Bier gestärkt haben, obwohl der "barbarische" Trunk bei den weinliebenden Römern weniger geschätzt wurde.

Der älteste Nachweis der deutschen Bierherstellung sind die Bieramphoren, die man 800 v. Chr. in der Nähe von Kulmbach fand. Die älteste, noch bestehende gewerbliche Brauerei ist Weihenstephan – ihr wurde 1040 das Brau- und Schankrecht verliehen. Wichtig für die Entwicklung der Braukunst waren die Klöster in München. Die Augustiner Mönche brauten im 14. Jahrhundert frei nach dem Motto: "Liquida non frangunt ienum" (Flüssiges bricht das Fasten nicht). Aufgrund der harten Arbeit und der oft kargen Mahlzeiten besonders zur Fastenzeit galt Bier als flüssige Nahrung und täglich waren bis zu fünf Maß erlaubt! Das Gelingen eines Suds schien damals willkürlich, da man erst durch Louis Pasteur von den Hefebakterien erfuhr und sie dann gezielt einsetzen konnte. Der Brauvorgang war deshalb eine mysthische Angelegenheit, die Aberglauben und Beschwörungen beinhaltete.

Bald jedoch wurde die Brauerei professionell betrieben und das Braurecht auch an "profane" Bürger vergeben. Die Industrialisierung und das Aufblühen der Städte machten das Braugewerbe schließlich zu einem eigenenständigen Handelszweig und die Hanse exportierte das beliebte Getränk in alle Teile des Globus.

Speziell in München (wie natürlich in ganz Bayern) spielt der Gerstensaft auch heutzutage eine große Rolle und sorgt das ganze Jahr über in verschiedenen Variationen für Abwechslung. Eingeleitet wird das "Bierjahr" im Frühling mit der Starkbierzeit, während derer die Münchner Brauereien bis Ende April dunkles Bockbier ausschenken. Im Mai kommt eigens der Maibock auf den Markt und im Sommer sorgen die gemütlichen Biergärten für Erfrischung. Wenn sich die Biergartensaison dem Ende zuneigt, beginnt die kunterbunte "Wiesn" und mit ihr verwandelt sich unser treuer Begleiter in das transnational beliebte Oktoberfest-Bier. Schließlich neigt sich das Jahr zur Weihnachtszeit mit einem feierlichen Schluck aus dem Festbock dem Ende zu und in der bayrischen Landeshauptstadt beginnt ein neuer Bier-Zyklus.

Im Januar 1823 als das Nationaltheater Münchens in Flammen stand, versuchte man sogar mit Bier zu löschen, da alle Löschbrunnen und- teiche zugefroren waren. Leider brannte das Theater trotzdem nieder und um die Brauereien für das Bieropfer zu entschädigen, wurden die Bierpreise erhöht.

Besonders wichtig, nicht nur für die Qualität der Münchner Biere, ist die Einhaltung des Reinheitsgebots. Am 23. April 1516 wurde zum ersten Mal das deutsche Reinheitsgebot proklamiert. Seitdem halten sich die Brauereien daran und egal welcherorts in Deutschland Bier fließt, mehr als Wasser, Hopfen und Gerste (später kam zusätzlich die Hefe dazu) darf es nicht enthalten!

Gut zu wissen:


- Gerüchten zufolge, wurde das „Anstoßen“ mit Maßkrügen, als Vertrauensbeweis zur gängigen Tischsitte. Im Mittelalter war es durchaus üblich Zeitgenossen mittels Gift ins Jenseits zu befördern. Deshalb stieß man so heftig an, dass das Bier auch in andere Krüge überschwappte und testete so ob einer aus der Trink-Runde einen Attentat plante. Derjenige, der aus Angst sein Gift würde ins eigene Glas schwappen, nicht anstieß war verdächtig. Also: Traue nur dem, mit dem du zum Biere gesessen und angestoßen hast.

- In Deutschland gibt es 5 000 verschiedene Biermarken und 1 200 Brauereien. Jede Region auf der deutschen Landkarte hat eine eigene Bierbesonderheit und jede Stadt hat mindestens ein eigens hergestelltes Bier zu bieten. Im Norden Deutschlands ist das Bier eher herb und im Süden gibt es Helles und Weizen. Das Rheinlad ist für sein Kölsch und Alt bekannt und die Hauptstadt Berlin für seine Weiße. Daneben existieren noch viele Sorten mehr wie beispielsweise Export, Bockbier, Weihnachts- und Wiesnbier, Märzen und Kräusen.

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