Fragte man die Kölner noch vor einigen Jahren nach den Attraktionen ihrer Stadt, so nannten sie den Dom, den Rhein, die Museen oder die romanischen Kirchen.
Heute gehört zu dieser Aufzählung ganz selbstverständlich auch der Rheinauhafen, der seit 1998, also rund 100 Jahre nach seiner Eröffnung, von der Häfen und Güterverkehr Köln (HGK) und der Stadt neu erschlossen und umgestaltet wird.

Diese Umstrukturierung des ehemals pulsierenden Güterumschlagplatzes, der sich von der Innenstadt auf einer Länge von etwa zwei Kilometern bis in den Bereich der beliebten Südstadt erstreckt, ist aktuell das größte Städtebauprojekt Kölns und macht das Gebiet, das seine einstige Bedeutung als Hafen mit den Jahren immer mehr verlor, zu einem lebendigen und attraktiven Teil der Domstadt.

Dabei wechseln sich auf einer Fläche von 210 000 Quadratmetern architektonisch anspruchsvolle Neubauten mit aufwändig restaurierten Altbauten wie dem „Siebengebirge“ (170 Meter langes Gebäude mit sieben Giebeln) oder dem ehemaligen Hafenamt ab. Die heutige Nutzungsstruktur bildet eine gelungene Mischung aus Wohnraum, Büros, Dienstleistungen, Gastronomie und Kultur.

Ein ganz besonderer Blickfang der neuen Kölner Rheinufer-Silhouette sind die drei sogenannten Kranhäuser, die mit ihren Auslegern über den Rheinstrom optisch historischen Lastenkränen nachempfunden sind. Zwei dieser etwa 60 Meter hohen Gebäude, Kranhaus 1 und KRANHAUSplus, sind schon fertiggestellt und werden als prestigeträchtige Geschäftshäuser genutzt. Das Nördlichste des spektakulären „Dreigestirns“, ein Wohnkranhaus namens Pandion Vista, wartet ab Ende 2010 auf seine ersten Bewohner.

Wer sich für eine der 133 exklusiven Eigentumswohnungen zwischen 60 und 280 Quadratmetern mit atemberaubenden Blick auf Rhein, Dom, Altstadt und die Brücken interessiert, muss sich allerdings beeilen, denn die Wohnungen sind größtenteils schon verkauft. Ist das dritte Kranhaus fertig, kann auch auf den letzten freien Flächen des Rheinauhafens mit der Bebauung begonnen werden, sodass Kölns jüngster Stadtteil im Jahr 2011 unaufhaltsam seiner Vollendung entgegenstrebt.

Die Kölner haben das neue Quartier schon längst für sich entdeckt und flanieren oder joggen an der Uferpromenade, genießen die Sonne auf den Terrassen der Cafés und Restaurants oder besuchen eine der Kunstgalerien. Und wenn man sie das nächste Mal nach den Attraktionen ihrer Heimatstadt fragt, dann nennt der ein oder andere den Rheinauhafen vielleicht noch vor dem Kölner Dom.