Willkommen im Ruhrgebiet, dem mit über fünf Millionen Einwohnern größten Ballungsraum Deutschlands! Willkommen in der Metropole Ruhr, wie die Region in jüngster Vergangenheit oft angepriesen wird.
Und vor allem willkommen im Revier und im Pott, wie die „Ruhris“ selbst ihre Heimat liebevoll bezeichnen.

Dabei bilden die Bewohner nach Außen ein eingeschworenes Ganzes, denn gemeinsam ist man stark.
Ansonsten sind sie aber immer noch der eigenen Stadt verbunden und fühlen sich als Bochumer, Duisburger oder Essener und fiebern beim historischen Revierderby Borussia Dortmund gegen Schalke 04 mit „ihrem“ Verein.

Ebenso gerne trifft man sich am Kiosk auf eine Currywurst und ein Pilsken (Bierchen) und bespricht dabei die weltpolitische Lage.
So begegnet man im Ruhrgebiet an vielen Ecken bodenständigen, ehrlichen Menschen, deren Motto „Leben und leben lassen“ lautet.

Jede Stadt hat ihre persönliche Note und bietet alles, was man zum Leben braucht.
Besonders die kulturelle Vielfalt ist riesengroß: eine Folge des viel beschworenen Strukturwandels, ausgelöst durch die Kohlekrise Ende der 1950er Jahre, als die sinkende Nachfrage nach teurer Ruhrkohle den kontinuierlichen Rückgang des Bergbaus einläutete.

Bis dahin war die Kohleförderung zusammen mit der stahlverarbeitenden Indus­trie das wichtigste wirtschaftliche Stand­bein der Region.
Staatliche Maßnahmen zur Umgestaltung des Ruhrgebietes führten ab den 70er Jahren zur Ansiedlung von Wachstums­industrien, wobei besonders die Gründung von Universitäten für einen neuen wirtschaftlichen Aufschwung sorgte und gleichzeitig dafür, dass die Metropole Ruhr heute die dichteste Hochschullandschaft Europas sowie viele Technologiezentren beherbergt.

Die stillgelegten Zechen und Stahlwerke blieben als spektakuläre Industriedenkmäler erhalten und wurden größtenteils zu Landschaftsparks, multifunktionalen Kultureinrichtungen und Eventlocations umgestaltet.
Dadurch entstand im Pott eine einmalig vielfälti­ge Kulturlandschaft.

Dieser beeindruckende Strukturwandel durch Kultur bescherte der Stadt Essen schließlich, stellvertretend für das gesamte Ruhrgebiet, den Zuschlag als Kulturhauptstadt Europas 2010.

Aber damit noch nicht genug des Wandels: Aus den ehemaligen Halden sind wahre Freizeitparadiese geworden, die zum Wandern, Walken oder Biken einladen und von denen man sich einen wunderschönen Überblick über das Ruhrgebiet verschaffen kann.

Dabei kommt man mit den Einheimischen schnell ins Gespräch und so kann es sein, dass sich der Spaziergänger neben einem als ehemaliger Bergmann herausstellt, der einem seine ganz persönliche Geschichte des Strukturwandels erzählt.